AMD: HDMI 2.1 für Linux. Gute Nachricht für Steam Machine.

Nachdem das HDMI Forum 2024 eine Open-Source-Implementierung blockiert hatte, hat AMD die Unterstützung für Fixed Rate Link im Linux-Kernel eingebaut. FRL ist die Signaländerung, die 48Gbps möglich gemacht hat – und der Grund, warum Kabelqualität plötzlich viel wichtiger wurde als früher.

AMD is adding HDMI 2.1 support for Linux. That’s good news for the Steam Machine. — Ars Technica

AMD hat die Unterstützung für Fixed Rate Link (FRL) für HDMI 2.1 in den Open-Source-AMDGPU-Treiber eingereicht, mit Blick auf das Merge-Window von Linux 7.2. Es lohnt sich zu verstehen, warum das zwei Jahre gedauert hat – denn der Grund führt direkt zum Kabel.

Was tatsächlich blockiert war

Im Februar 2024 lehnte das HDMI Forum eine Open-Source-Implementierung von HDMI 2.1 von AMD ab, mit der Begründung, dass die Veröffentlichung des Codes lizenziertes Material offenlegen würde. Das ließ Linux-Nutzer bei der HDMI-2.0-Signalübertragung – begrenzt auf 18Gbps – während dieselbe Hardware unter Windows mit 48Gbps lief. Der schließlich gefundene Weg hält die sensiblen Teile außerhalb des veröffentlichten Treibers, ermöglicht aber dennoch FRL.

Es lohnt sich, präzise festzuhalten, was bereits umgesetzt ist und was noch nicht:

FunktionStatusWas es ermöglicht
FRL (Fixed Rate Link)Eingereicht, Konformität getestetBis zu 48Gbps – 4K bei 120Hz, 5K bei 240Hz
DSC (Display Stream Compression)Noch im TestFormate oberhalb der unkomprimierten 48Gbps-Obergrenze
VRR (Variable Refresh Rate)Noch im TestVariable Bildwiederholraten ohne Tearing

FRL ist eine andere Art von Signal – und Kabel spüren das.

HDMI bis Version 2.0 nutzte TMDS, bei dem der Takt über ein eigenes dediziertes Aderpaar übertragen wird. Bei HDMI 2.1 verzichtet FRL auf diesen separaten Takt, bettet das Timing in die Daten ein und betreibt vier Lanes mit einer festen Rate von bis zu 12Gbps pro Lane – insgesamt 48Gbps. Es ähnelt charakteristisch eher einem modernen SerDes-Link als der älteren HDMI-Signalübertragung.

Die praktische Konsequenz für jeden, der Kabel kauft: Was TMDS noch verziehen hat, verzeiht FRL nicht. Bei 48Gbps ist der Spielraum für Einfügedämpfung, Inter-Pair-Skew und Impedanzsprünge deutlich enger. Ein Kabel, das jahrelang problemlos 4K bei 60Hz übertragen hat, kann bei 4K120 versagen – aus Gründen, die von außen nicht sichtbar sind: Gleichmäßigkeit der Leiter, Einheitlichkeit des Dielektrikums, Schirmabdeckung und Reproduzierbarkeit der Steckerterminierung über die gesamte Länge.

Deshalb betreibt das HDMI Forum ein Zertifizierungsprogramm mit einem scanbaren Anti-Counterfeit-Etikett, anstatt auf gedruckte Angaben zu vertrauen, und deshalb werden Kabel nach Kategorie zertifiziert – Ultra High Speed, Ultra96 – und nicht nach einer Versionsnummer.

Was Sie bei der Spezifikation angeben sollten

  1. Fragen Sie nach der Kategoriebezeichnung, nicht nach der Versionsnummer. „Ultra High Speed“ ist eine zertifizierte Kategorie; „ein HDMI-2.1-Kabel“ ist eine unverbindliche Beschreibung ohne Zertifizierung.
  2. Scannen Sie das Zertifizierungslabel auf der Verpackung. Zertifizierte Kabel tragen ein holografisches Etikett mit QR-Code.
  3. Fragen Sie, von welchem Authorized Testing Centre das Kabel getestet wurde, und verlangen Sie den Prüfbericht.
  4. Legen Sie die Länge früh fest. Passive Ultra High Speed-Kabel sind bis etwa 3 m zertifiziert. Darüber hinaus spezifizieren Sie ein aktives optisches Kabel statt eines längeren passiven Kabels.

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